• Was Wildberger fordert, gibt es seit 1996

    Was Wildberger fordert, gibt es seit 1996

    Wenn der Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung einen Satz hat, an dem sich seine ganze Linie ablesen lässt, dann diesen: „Deutschland denkt in Projekten, nicht in Produkten.“ Karsten Wildberger hat ihn im Frühjahr 2026 als Hauptthese eines Handelsblatt-Gastkommentars formuliert. [^s138] Sieben Monate zuvor hatte er denselben Gedanken in einer Regierungserklärung im Bundestag in eine programmatische Modernisierungsagenda gegossen.…

  • Reallabor heißt drei Dinge gleichzeitig

    Reallabor heißt drei Dinge gleichzeitig

    Was das Bundeserprobungsgesetz klärt und was offen bleibt Am sechsten Mai 2026, einem Mittwoch, beschließt das Bundeskabinett eine Formulierungshilfe für ein Gesetz mit langem Namen: „Gesetz zur Förderung der Erprobung von Innovationen und neuer Verwaltungsverfahren in Reallaboren und zur Förderung des regulatorischen Lernens“. Kurz: Bundeserprobungsgesetz, BErpG. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche legen es…

  • Wissenstransfer ist ein Praxisproblem, kein Schulungsproblem. Und KI verändert, wie Praxis zugänglich wird

    Wissenstransfer ist ein Praxisproblem, kein Schulungsproblem. Und KI verändert, wie Praxis zugänglich wird

    Wenn eine Behörde neue Technologien in den Betrieb bringt (Container und Kubernetes, Microservices, moderne Web-Frameworks, Cloud-native Betriebsmuster, jetzt auch KI-gestützte Entwicklung), steht am Anfang selten die Technik-Entscheidung. Die Technik-Entscheidung ist meist einfach. Was schwer ist, ist das Nachrücken der Menschen. Wissenstransfer ist nicht die Phase nach der Einführung, Wissenstransfer ist die Einführung. Wenn er misslingt, ist die…

  • Die Werkstatt der Republik

    Die Werkstatt der Republik

    Eine Sprunginnovations-Agentur baut 2026 die Pflichten ab, die der Bund nicht abbauen kann. Das ist kein Skandal, sondern eine Diagnose. Anlass: Ein leiser Selbstbruch in einem Briefing In einem aktuellen Tagesspiegel-Background-Interview spricht Rafael Laguna, Gründungsdirektor der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND), über das, was seine Agentur gerade tun muss: die EUDI-Wallet bauen, die digitale Brieftasche, mit…

  • Verwaltung modernisieren ohne Abriss: virtuelle Produktteams, externe Expertise und KI-Agenten über der Linie

    Verwaltung modernisieren ohne Abriss: virtuelle Produktteams, externe Expertise und KI-Agenten über der Linie

    Wer Softwareentwicklung in der öffentlichen Verwaltung nach modernen Maßstäben organisieren will, stößt schnell auf eine Wand: die Linienorganisation. Referate, Abteilungen, disziplinarische Zuordnungen, Beamtenstatus, klare Führungsketten. Das ist nicht Beharren, das ist Rechtsordnung. Eine Sachbearbeiterin gehört zu ihrem Referat, und das bleibt so, unabhängig davon, an welchem Produkt sie gerade arbeitet. Dass dahinter eine Reihe rechtlicher…

  • Sandbox als Vor-Live-Disziplin. Was der WEF-Readiness-Bericht über die deutsche Verwaltung sagt

    Sandbox als Vor-Live-Disziplin. Was der WEF-Readiness-Bericht über die deutsche Verwaltung sagt

    Eine Lesart des WEF/Capgemini-Readiness-Berichts vom April 2026 zur Verwaltungs-Reife für agentische KI. Drei deutsche Vorworte Wenn ein internationaler Bericht zur Verwaltungs-Reife für agentische KI im April 2026 erscheint und gleich drei deutsche Vorworte trägt: Martina Klement (Berlin, Permanent Secretary für Digital Transformation), Fabian Mehring (Bayern, Staatsminister für Digitales) und Ammar Alkassar (Präsidium GovTech Deutschland), dann…

  • Fünf Ebenen, ein System — wie die deutsche Verwaltungsdigitalisierung zusammenhängt (und warum keine davon für sich funktioniert)

    Fünf Ebenen, ein System — wie die deutsche Verwaltungsdigitalisierung zusammenhängt (und warum keine davon für sich funktioniert)

    Wer die Debatte um Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland aufmerksam verfolgt, kennt den Effekt. Mal wird über OZG 2.0 und digitale Anträge gesprochen. Mal über Registermodernisierung und das NOOTS-System. Mal über den Deutschland-Stack oder die Deutsche Verwaltungs-Cloud. Mal über DeutschlandID, EUDI-Wallet und digitale Identität. Mal über openDesk, Open Source, KI und Open Data. Jede dieser Debatten wird…

  • Der Code des Staates: Was die Öffnung der ELSTER-Basis bedeutet

    Der Code des Staates: Was die Öffnung der ELSTER-Basis bedeutet

    Verwaltungssoftware hat selten einen guten Ruf. Sie gilt als schwerfällig, teuer, kompliziert. Als etwas, das man benutzen muss, aber nicht verstehen will. Hinter den digitalen Oberflächen des Staates stehen meist Systeme, über die wenig bekannt ist – außer, dass sie möglichst störungsfrei funktionieren sollen. Umso bemerkenswerter ist es, wenn plötzlich nicht nur über ein neues…

  • Digital Twin, Concept Graph, Spec — drei Stufen, aus denen eine KI-gestützte Umsetzung wird

    Digital Twin, Concept Graph, Spec — drei Stufen, aus denen eine KI-gestützte Umsetzung wird

    Projekte starten selten nach Lehrbuch, egal ob in einer Behörde oder in der Industrie. Sie starten dort, wo der Druck am größten ist: bei Rückständen, langen Bearbeitungszeiten, politischen oder regulatorischen Erwartungen, bei einem Fachbereich, der schnell Entlastung braucht, oder bei einem Markt, der sich plötzlich verschiebt. Am Anfang steht eine Idee und ein leeres Dokument,…

  • Reifegradmodelle sind Diagnose, keine Zielkoordinate — warum CMMI für KI in der Verwaltung neu gelesen werden muss

    Reifegradmodelle sind Diagnose, keine Zielkoordinate — warum CMMI für KI in der Verwaltung neu gelesen werden muss

    Wer in der Verwaltung gerade über den Einsatz von KI nachdenkt, bekommt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Deck vorgelegt, auf dem fünf Stufen stehen: Initial, Managed, Defined, Quantitatively Managed, Optimizing. Die Stufen sind mit KI-Beispielen beschriftet, von „spontane Einzelhilfe“ auf Level 1 bis „KI zur laufenden Verbesserung“ auf Level 5. Das Modell stammt aus dem Capability Maturity Model Integration (CMMI), aktuell in…

  • Wie sich Verwaltung neu aufstellen kann, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden

    Wie sich Verwaltung neu aufstellen kann, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden

    Transformation klingt in Organisationen oft größer, als sie im Alltag ausgehalten wird. Neue Rollen, neue Teams, neue Methoden, neue Technologien – und am besten alles gleichzeitig. In der Theorie ist das schlüssig. In der Praxis scheitert genau daran vieles. Der Betrieb hört ja nicht auf, nur weil die Zukunft klopft. Vielleicht erklärt das, warum so…

  • Welche Fähigkeiten muss ein IT-Dienstleister mitbringen, um im KI-, Daten- und Governance-Dschungel dauerhaft relevant zu bleiben?

    Welche Fähigkeiten muss ein IT-Dienstleister mitbringen, um im KI-, Daten- und Governance-Dschungel dauerhaft relevant zu bleiben?

    Der Markt für IT-Dienstleistungen war lange einigermaßen übersichtlich. Wer sauber entwickeln, Projekte steuern, Systeme integrieren und Betrieb organisieren konnte, hatte gute Chancen. Dann kamen Cloud, Plattformen, agile Methoden, Data Lakes, Cybersecurity, Produktteams. Und jetzt eben KI. Seitdem wirkt vieles gleichzeitig offen und überfüllt. Es gibt immer mehr Anbieter, immer mehr Spezialisten, immer mehr Tools. Fast…

  • Warum Modernisierung nicht mit dem großen Schnitt beginnt

    Warum Modernisierung nicht mit dem großen Schnitt beginnt

    Wer in großen Organisationen über Modernisierung spricht, landet irgendwann fast automatisch bei demselben Bild: Da ist ein über Jahre gewachsener Block aus Logik, Abhängigkeiten, Sonderfällen, Schnittstellen und historisch verständlichen, technisch aber kaum noch beherrschbaren Entscheidungen. Von außen sieht das nach einem Monolithen aus. Von innen ist es meist eher ein Biotop. Alles hängt mit allem…

  • Wenn KI im Unternehmen ankommt, entscheidet nicht nur das Modell – sondern die Ordnung dahinter

    Wenn KI im Unternehmen ankommt, entscheidet nicht nur das Modell – sondern die Ordnung dahinter

    Die erste Phase der KI-Euphorie war geprägt von einer ziemlich einfachen Vorstellung: Je mehr ein Modell weiß, je mehr Kontext es bekommt, je allgemeiner es einsetzbar ist, desto größer der Nutzen. In der Praxis zeigt sich gerade das Gegenteil. Wer alles gleichzeitig in ein einziges System kippt, bekommt nicht automatisch bessere Ergebnisse, sondern oft nur…

  • Der unperfekte Anfang

    Der unperfekte Anfang

    Gute Projekte beginnen selten sauber. Sie können trotzdem gut enden. Methoden mögen Reihenfolgen. Die Realität der Verwaltung eher nicht. Projekte beginnen dort, wo der Druck am größten ist: bei Rückständen, Fristen, Bürgerkontakten, politischen Erwartungen. Das klingt chaotisch. Muss es aber nicht bleiben. Wenn die fachliche Grundlage vorbereitet ist, kann selbst ein unsauberer Start in einer…

  • Ordnung hilft

    Ordnung hilft

    Fortschritt beginnt nicht mit Technik. Sondern mit einer Basis, die hält. Die öffentliche Verwaltung soll schneller werden, digitaler, bürgernäher. Gleichzeitig sollen Verfahren sicher bleiben, nachvollziehbar, rechtsfest. Das klingt nach Zielkonflikt. Muss es aber nicht sein. Wer Anwendungen und agentische KI nicht auf Vermutungen baut, sondern auf Daten, Beziehungen und klaren Beschreibungen, bekommt beides: Tempo und…

  • Wer KI wirklich verantwortungsvoll nutzen will, braucht zuerst eine Architektur, die Verantwortung überhaupt technisch und organisatorisch möglich macht.

    Wer KI wirklich verantwortungsvoll nutzen will, braucht zuerst eine Architektur, die Verantwortung überhaupt technisch und organisatorisch möglich macht.

    Die Debatte über KI in der öffentlichen Verwaltung beginnt oft an der falschen Stelle. Meist geht es zuerst um Modelle, Leistungsfähigkeit, Automatisierung, vielleicht noch um Datenschutz und Beschaffung. Viel seltener geht es um die eigentliche Voraussetzung: die Form, in der Software überhaupt gebaut wird. Dabei entscheidet sich genau dort, ob KI am Ende ein kontrollierbares…

  • Wenn der Staat lernen muss, anders zu arbeiten

    Wenn der Staat lernen muss, anders zu arbeiten

    Die öffentliche Verwaltung hat über Jahre gelernt, mit Knappheit umzugehen. Zu wenig Personal, zu viele Verfahren, alte Systeme, neue Gesetze, dauernder Abstimmungsbedarf. Knapp war fast immer etwas: Zeit, Geld, Fachkräfte, digitale Reife. Neu ist nur, dass jetzt noch etwas dazukommt, das auf den ersten Blick wie ein Versprechen aussieht und auf den zweiten wie eine…

  • Der lange Schatten der Systeme

    Der lange Schatten der Systeme

    Es gibt Fälle, die sich nicht abschließen lassen. Cum-Ex gehört dazu. Juristisch ist vieles entschieden, politisch manches versandet, medial ist das Thema weitergezogen. Und doch bleibt etwas Unaufgelöstes zurück. Je größer der zeitliche Abstand wird, desto deutlicher zeigt sich: Cum-Ex war kein isolierter Ausrutscher, sondern ein Vorgang, der nur möglich war, weil ein komplexes System…

  • Wenn KI entscheidet, aber niemand haftet

    Wenn KI entscheidet, aber niemand haftet

    Warum der größte Risikofaktor im öffentlichen KI-Einsatz nicht der Algorithmus ist Die Debatte um Künstliche Intelligenz im öffentlichen Sektor dreht sich meist um dieselben Fragen: Sind die Modelle fair? Sind sie erklärbar? Sind sie präzise genug? Doch während sich Politik, Verwaltung und Forschung auf diese Aspekte konzentrieren, bleibt ein strukturelles Problem weitgehend unbeachtet – mit…

  • nogor_AI Driven Design: Information in schönster Form

    nogor_AI Driven Design: Information in schönster Form

    B2B-Dashboards mit einer kuratierten Card-Library und Visualisierungen, die fachliche Use Cases direkt abbilden — einsatzbereit und integrierbar in moderne Enterprise-Plattformen. Kompromissloses Next-Level-Design für das, was wirklich zählt: Decisions, not Discussions. xAI-Thinking koppelt React-Komponenten mit mathematischer Modellierung; präzise, reproduzierbare UI-Muster entstehen durch konsistentes Mapping und dynamische Zustände.+Skalierbares Business-Design: minimalistisch, interaktiv, mit klarer Informationsarchitektur und präziser Micro-Motion – konsistent über Themes hinwegund bereit für modulare Dashboards. 94 Dashboard Cards – Ready for Enterprise…

Die politische Elite.

Herr Bundeskanzler ließ sich gern über Nacht in seinem Büropool treiben. 3 Tage – keine Fragen. Donnerfänger wird beauftragt das Kanzlerporträt anzufertigen. Nicht Angela, nein Olaf soll auf die Leinwand gebracht werden. Warum die Eile? Was ist mit Angela passiert?
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Dieses Blog ist eine private und experimentelle Sandbox mit Themen aus Kunst, Politik, KI und Bürokratien: 1 Spiel gut – Als wir mit Bausteinen unsere Demokratie bastelten und zu Lego noch Lego sagen durften. 2 Corporate Behörden Design – Bund, Land und Kommunen mit anderen Augen sehen 3 Die Kunstproduktionsmaschine – Industrialisierung der Förderkultur 4 Die menschliche Seite der politischen Elite aus der Perspektive einer Künstlichen Intelligenz. 5 Öffentliche Verwaltung selbst gemacht – Modulare Baukästen retten die kleinen Fachverfahren der Republik 6 Digitalisierung einer ausgewachsenen Bürokratie 7 Digitale Souveränität mit Software Engineering: Von Google für Berlin