-
Woran entscheidet sich, ob ein Agent handeln darf?
3. Juli 2026 · Kristian T. Sørensen, IN Groupe · EUDI-Wallet, Mandate, KI-Agenten Kristian Sørensen, der bei IN Groupe zu digitaler Identität arbeitet, eröffnete Anfang Juli mit einer Prognose, die im Wallet-Umfeld ungewohnt direkt ausfiel: Einen synchronisierten europaweiten Start der EUDI-Wallet im Jahr 2026 werde es nicht geben. Wahrscheinlich lieferten rund fünf Länder bis Jahresende…
-
Wer trägt die Abwägung, wenn KI das Verfahren beschleunigt?
2. Juli 2026 · Basanta E. P. Thapa, Geschäftsführer NEGZ · KI in der Verwaltung, Verantwortung, Staatsmodernisierung Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrates, hat Anfang Juli im Handelsblatt beschrieben, was KI für die Staatsmodernisierung leisten kann und wo die Grenze verläuft. Basanta Thapa, Geschäftsführer des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums, teilte die Kolumne mit dem Kommentar, man solle…
-
Wann wird aus einer Leistungsbeschreibung Tempo in der Fläche?
30. Juni 2026 · Matthäus Schlummer, Nationaler Normenkontrollrat · FIM, Rechtsetzung, Nachnutzung Thomas Tursics, der bei der Föderalen IT-Kooperation für das Föderale Informationsmanagement zuständig ist, meldete Ende Juni eine Änderung, die nach Produktpflege klingt. Das FIM-Portal hat eine überarbeitete Startseite bekommen, und bei den Stammtexten gibt es zusätzliche Handlungsfälle und Filter, um leichter zu erkennen,…
-
Wer darf über Ressortgrenzen hinweg entscheiden?
26. Juni 2026 · Vanessa Stahl · Datengovernance, internationale Vergleiche, Zuständigkeit Die EU-Kommission hat ihre Digital-Decade-Berichte veröffentlicht, und für die deutsche Verwaltung fällt das Ergebnis erwartbar aus: große Lücken, daneben Vorhaben wie das Registerdatennetz NOOTS als Aktivposten. Vanessa Stahl, die im öffentlichen Sektor zu digitaler Transformation arbeitet, nahm das zum Anlass für eine Bemerkung über…
-
Was macht ein agentisches System vertrauenswürdig?
25. Juni 2026 · Kim Nguyen, Kryptograf · Agentische KI, Cybersicherheit, Reversibilität Kim Nguyen, der zu vertrauenswürdiger KI, digitalen Identitäten und quantensicherer Kryptografie arbeitet, zog Ende Juni eine Nachlese zum Eröffnungspanel der Cybersecurity-Konferenz des Hasso-Plattner-Instituts. Thema war die Bedrohungslage 2026, auf dem Podium unter anderem Martina Link vom Bundeskriminalamt und die Journalistin Eva Wolfangel. Seine…
-
Ist die Verifikations-Schwelle eine Technik- oder eine Urteilsfrage?
24. Juni 2026 · Prof. Holger Schmidt, F.A.Z. · KI-Produktivität, Urteilskraft, Kompetenz Holger Schmidt, der bei der F.A.Z. das Ressort Digitalwirtschaft verantwortet, fasste Ende Juni die dritte KI-Konferenz seines Hauses zusammen. Auf der Themenliste standen unter anderem Monika Schnitzer zu Rechenkapazität und Tempo, Karsten Wildberger mit der Forderung nach einer „Kraftanstrengung bisher nicht gekannten Ausmaßes“,…
-
Unter welcher Bedingung sind Souveränität und Kooperation vereinbar?
22. Juni 2026 · David Steinacker, GovTech Deutschland · Digitale Souveränität, GovTech, Wechselfähigkeit Die deutsche Delegation auf der VivaTech in Paris wurde im Juni von Bundesminister Karsten Wildberger und Bundesministerin Dorothee Bär angeführt. Auf der Deutschlandbühne diskutierten unter anderem Stéphanie Schaer, Chief Digital Officer Frankreichs, der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Jarzombek und Ammar Alkassar vom Vorstand…
-
Was fehlt neben einer Landkarte der Datenressourcen?
21. Juli 2026 · IT-Planungsrat · Datengovernance, Nachnutzung, Interoperabilität Der IT-Planungsrat hat im Juli das Vorprojekt „Datenlandkarte föderal“ abgeschlossen. Damit liegt erstmals ein föderal nachnutzbarer Ansatz vor, um Datenressourcen der öffentlichen Verwaltung zu beschreiben und zu vernetzen. Die zentrale Konstruktionsentscheidung: Die Landkarte arbeitet auf Basis von Metadaten und macht vorhandene Datenressourcen sichtbar, ohne die Fachdaten…
-
Wer entscheidet, wenn das Lagebild da ist?
19. Juni 2026 · Prof. Dr. Norbert Pohlmann, Institut für Internet-Sicherheit · Cybersicherheit, Verantwortung, Staatliche Handlungsfähigkeit Norbert Pohlmann, Professor für Cyber Security und Direktor des Instituts für Internet-Sicherheit, zog Mitte Juni eine Nachlese zur Konferenz Public IT-Security in Berlin. Zwei Foren beschrieb er genauer. Im Forum zum Cyber-Dome für Deutschland verteidigte er das Konzept gegen…
-
Was folgt auf eine verbindliche Nutzungszusage?
17. Juni 2026 · Dr. Markus Richter, Staatssekretär im BMDS und CIO Bund · Deutschland-Stack, Föderalismus, Betrieb „Das ist Entknotung.“ Mit diesem Wort meldete Markus Richter Mitte Juni einen Beschluss des IT-Planungsrats, der in der föderalen Digitalisierung lange als unerreichbar galt. Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände haben sich auf eine gemeinsame Architektur des Deutschland-Stacks verständigt…
-

Der Moment, in dem digitale Souveränität nicht mehr abstrakt ist
Ein KI-Modell, mit dem ich gerade arbeite, war über Nacht weg. Nicht kaputt, nicht falsch bedient, sondern abgeschaltet durch eine Entscheidung außerhalb meines Einflussbereichs. Digitale Souveränität war für viele lange etwas, über das man liest. Man liest von Sanktionen, gesperrten Zahlungssystemen, abgeschnittenen Cloud-Diensten, eingefrorenen Accounts. Man kann darüber den Kopf schütteln, politische oder juristische Schlüsse…
-

Souverän ist, wer wechseln kann
Die wichtigste Frage an jede Cloud lautet nicht, woher sie kommt, sondern wie teuer der Weg wieder hinaus ist. Ein einzelner Reporter zählt inzwischen knapp vierzig europäische Organisationen, die sich von US-Technologie lösen oder es planen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag warf Microsoft Office heraus, nachdem die USA Sanktionen gegen eigene Mitarbeiter verhängt hatten.…
-

Souveränität ist Reversibilität, nicht Herkunft
Warum die Frage „EU oder US“ am Kern vorbeigeht Eine WIRED-Recherche von Matt Burgess zählt inzwischen knapp vierzig europäische Organisationen, die sich von US-Technologie lösen oder es planen. Das EU-Parlament stellt die Standardsuche auf Qwant um. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag wirft Microsoft Office raus, nachdem die USA Sanktionen gegen eigene Mitarbeiter verhängt hatten.…
-

Souveränität ist kein Feature
Warum der Staat KI nicht per Knopfdruck souverän bekommt Souveränität lässt sich nicht einschalten. Sie ist kein Schalter und kein Häkchen, das man zur bestehenden Lösung dazubucht. Sie entscheidet sich eine Ebene tiefer, in der Architektur, und das macht sie unbequem. Eine Entwicklerin in einer Landesbehörde kennt die KI-Werkzeuge, die ihre Kollegen in der Privatwirtschaft…
-
Was folgt daraus, dass agentische KI in einem Staatsvertrag steht?
1. bis 23. Juni 2026 · Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung · Agentische KI, Estland, Letztentscheidung Am 1. Juni 2026 unterzeichneten Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und Estlands Justiz- und Digitalministerin Liisa-Ly Pakosta in Heilbronn eine Innovationspartnerschaft. Das Ministerium meldete sie mit dem Tenor, Estland sei Vorbild, „einfach abschreiben“ wolle man aber nicht, lieber „gemeinsame Sache“ machen.…
-

Fachabteilungen und KI: nicht der Agent ist das Problem, sondern die fehlende Werkbank dahinter
In vielen Verwaltungen sitzt seit Kurzem ein neuer Kollege. Er antwortet schnell, formuliert passable Bescheid-Entwürfe, recherchiert in Sekunden. Nur: niemand weiß genau, welche Rechte er hat, welche Entscheidungen er treffen darf, wessen Unterschrift am Ende unter seine Arbeit muss. Der Kollege ist keine Person, er ist ein KI-Prompt oder ein Agent. Sein Einzug in die…
-

Was Wildberger fordert, gibt es seit 1996
Wenn der Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung einen Satz hat, an dem sich seine ganze Linie ablesen lässt, dann diesen: „Deutschland denkt in Projekten, nicht in Produkten.“ Karsten Wildberger hat ihn im Frühjahr 2026 als Hauptthese eines Handelsblatt-Gastkommentars formuliert. Sieben Monate zuvor hatte er denselben Gedanken in einer Regierungserklärung im Bundestag in eine programmatische Modernisierungsagenda gegossen. Vier…
-

Reallabor heißt drei Dinge gleichzeitig
Was das Bundeserprobungsgesetz klärt und was offen bleibt Am sechsten Mai 2026, einem Mittwoch, beschließt das Bundeskabinett eine Formulierungshilfe für ein Gesetz mit langem Namen: „Gesetz zur Förderung der Erprobung von Innovationen und neuer Verwaltungsverfahren in Reallaboren und zur Förderung des regulatorischen Lernens“. Kurz: Bundeserprobungsgesetz, BErpG. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche legen es…
-

Wissenstransfer ist ein Praxisproblem, kein Schulungsproblem. Und KI verändert, wie Praxis zugänglich wird
Wenn eine Behörde neue Technologien in den Betrieb bringt (Container und Kubernetes, Microservices, moderne Web-Frameworks, Cloud-native Betriebsmuster, jetzt auch KI-gestützte Entwicklung), steht am Anfang selten die Technik-Entscheidung. Die Technik-Entscheidung ist meist einfach. Was schwer ist, ist das Nachrücken der Menschen. Wissenstransfer ist nicht die Phase nach der Einführung, Wissenstransfer ist die Einführung. Wenn er misslingt, ist die…
-

Verwaltung modernisieren ohne Abriss: virtuelle Produktteams, externe Expertise und KI-Agenten über der Linie
Wer Softwareentwicklung in der öffentlichen Verwaltung nach modernen Maßstäben organisieren will, stößt schnell auf eine Wand: die Linienorganisation. Referate, Abteilungen, disziplinarische Zuordnungen, Beamtenstatus, klare Führungsketten. Das ist nicht Beharren, das ist Rechtsordnung. Eine Sachbearbeiterin gehört zu ihrem Referat, und das bleibt so, unabhängig davon, an welchem Produkt sie gerade arbeitet. Dass dahinter eine Reihe rechtlicher…


