Modul-F: Spannendes Low Code-Projekt startet.

Aus der Pressemeldung vom 21.01.2022 der Senatskanzlei Hamburg
„Senat aktuell: Der Digital-Baukasten für die Verwaltung“

Der Digital-Baukasten für die Verwaltung: Hamburg entwickelt zeitgemäße interne Software-Anwendungen

Bundesweites Projekt zur verwaltungsinternen Digitalisierung startet

Die Digitalisierung der Verwaltung wird in Hamburg mit dem Projekt „MODUL-F“ einen Schritt weitergedacht. Um verwaltungsinterne Prozesse zu verbessern, wird ein modularer Ansatz für die Erstellung von Softwareanwendungen, den sogenannten Fachverfahren, aufgebaut. Über eine sogenannte Low-Code-Plattform sollen künftig vorprogrammierte Module zur Verfügung stehen, aus denen einfach und schnell digitale Fachverfahren erstellt werden können. Überall da, wo es noch keine digitale Abbildung eines internen Prozesses gibt, kann „MODUL-F“ in Zukunft ansetzen und bei der Digitalisierung unterstützen. Das Projekt wird in Höhe von 11,6 Millionen Euro aus Konjunkturmitteln des Bundes finanziert.

Zur Umsetzung des Infrastrukturprojekts „MODUL-F“ haben die Senatskanzlei Hamburg und das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) eine Vereinbarung gezeichnet, die Finanzierung, Projektziele und gegenseitige Verpflichtungen im Projektkontext regelt.

Staatsrat Jan Pörksen, Chef der Hamburger Senatskanzlei: „Wir können unseren Behörden und auch allen anderen Ländern und Kommunen Softwaremodule anbieten, damit nicht jede Verwaltung dieselben Funktionen entwickeln muss. Das Ziel ist eine durchgängige Digitalisierung: Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger übermitteln ihre Anliegen durch Online-Dienste, auch die interne Sachbearbeitung kann künftig überall digital erfolgen. Modul-F hilft vor allem, wenn einzelne Prozesse zu klein für eine eigene Entwicklung sind. Bestimmte Funktionen, die in jeder Verwaltung gebraucht werden, etwa eine Registerabfrage oder die Erstellung von Bescheiden, stehen je nach Bedarf als einzelne Module zur Verfügung. Damit schaffen wir die Voraussetzung für wirtschaftliche und gut funktionierende Lösungen für eine leistungsfähige Verwaltung, wovon alle Bürgerinnen und Bürger profitieren.“

Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesinnenministerium und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik: „Das Projekt MODUL-F wird im Rahmen der OZG-Umsetzung einen wertvollen Beitrag auf dem Weg der Modernisierung und Digitalisierung der Bundesverwaltung leisten. Mit einer standardisierten Vorgehensweise wird das MODUL-F den Transfer von analogen Verwaltungsleistungen in das digitale Zeitalter beschleunigen.“

Zum Hintergrund

Der Bund und Hamburg übernehmen die Steuerung des Projekts. Die Umsetzung des Projekts „MODUL-F“ erfolgt in Hamburg. Die entstehenden Bausteine bzw. Softwaremodule für die Erstellung von Softwareanwendungen sollen der Digitalisierung in diversen Themenfeldern zugutekommen und können bundesweit, hamburgweit und durch alle Bundesländer und Kommunen genutzt werden. Es sollen Module zum Beispiel für die Vier-Augen-Prüfung, die Bescheiderstellung oder auch die Archivierung von Vorgängen angeboten werden. Die Softwaremodule können durch das Prinzip von Low Code in kurzer Bearbeitungszeit bereitgestellt werden. Auf Low-Code-Plattformen wird Software nicht mehr über klassische textbasierte Programmiersprachen entwickelt, sondern mit visuellen Werkzeugen und vorgefertigten Elementen im Modellierungsverfahren. Das Projekt „MODUL-F“ wird in Höhe von 11,6 Mio. Euro aus Konjunkturmitteln des Bundes finanziert. Die Mittel werden vom Bund für die Digitalisierung im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) bereitgestellt. Das OZG verpflichtet die Verwaltung bis Ende  des laufenden Jahres die Verwaltungsleistungen von Bund und Ländern zu digitalisieren und diese als Online-Dienste  über Verwaltungsportale anzubieten.

Lessons Learned aus einem agilen Registerprojekt

Die Digitalisierung des größte deutschen Schiffsregister in Hamburg reiht sich langsam aber sicher in die Reihe der Vorzeigeprojekte für erfolgreiche OZG-Umsetzungen ein, inklusive EfA-Prinzip (Einer für Alle). Nicht nur weil sich inzwischen neben Bremen auch Berlin für die moderne Softwarelösung aus Hamburg entschieden hat – auch weil ein übergreifendes Team das Projekt voll-agil in einem nicht-agilen Umfeld umgestzt hat.

Ein Podcast von mgm technology partners
Zuerst erschienen auf der mgm-Newsseite

Ein Gespräch mit Tim Schneider* (Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg, BJV) und Christian Thomsen* (mgm) über den agilen Ansatz, den Herausforderungen und den Learnings für die deutsche Registerlandschaft und für Digitalisierungsprojekte in der Justiz. Länge: 39 Minuten

Hintergrundinformationen zum Digitalisierungsprojekt „Schiffsregister Hamburg“ und dem agilen Entwicklungsansatz:

Die Gesprächspartner im Podcast:

Tim Schneider, IT-Referent und Projektmanager, Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg, ist Diplom-Rechtspfleger, war als solcher bei verschiedenen Hamburger Gerichten im Einsatz und übernahm 2015 Aufgaben als IT-Organisator und Gruppenleiter bei der gemeinsamen IT-Abteilung der ordentlichen Gerichtsbarkeit Hamburgs. Seit 2019 ist Schneider IT-Referent und Projektmanager der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg (BJV).

Christin Thomsen, Senior Developer bei mgm, ist seit 30 Jahren im IT-Bereich als Entwickler, Architekt und Projektleiter tätig. Seit 2018 arbeitet er für die mgm technology partners und hat hier Verantwortung für Projekte vor allem aus dem öffentlichen Bereich übernommen.

Tagesspiegel Background-Standpunkt „Low Code: Nachhaltige Basis für die digitale Verwaltung“

am 1.3.2020 wurde ein Artikel von Hamarz Mehmanesh, CEO bei mgm technology partners veröffentlicht. https://background.tagesspiegel.de

Themen im Artikel

Low-Code-Lösungen können Beschäftigten in der Verwaltung helfen ihre Abteilungen ohne viel Programmierung digitaler zu machen.

Der Digitalisierungsdruck wächst und der Ruf nach digitaler Souveränität steigt.

„Tagesspiegel Background-Standpunkt „Low Code: Nachhaltige Basis für die digitale Verwaltung““ weiterlesen

Der OZG-Termin 2022 ist nicht zu halten – oder doch?

Bereits vor über 20 Jahren gab es Maßnahmen und Projekte, um das „virtuelle Rathaus“ Wirklichkeit werden zu lassen. Nicht mehr die Bürger sollten laufen, sondern die Daten – so die „Zukunftsvision“. Mehr als zwei Jahrzehnte später sind nun satte drei Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket notwendig – alleine für das OZG. Warum sind wir in Deutschland nicht weiter? Ist das Ziel 2022 zu schaffen? Welche Rolle kann modellbasierte Entwicklung spielen?

Autor: Daniel Rasch

Ein Gespräch mit Janos Standt, stellvertretender Leiter Public Sektor, über den Stand der OZG-Umsetzungen und mögliche Lösungswegen bis Ende 2022.
Länge: 14:25 Minuten

Podcastfolge von mgm – Innovation Implemented
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Warum sich das OZG für modellbasierte Entwicklung interessieren sollte und was Open Source damit zu tun hat

Foto: Photo by Ryan Quintal on Unsplash

Autor: Janos Standt

Nach den verschiedenen seit Monaten aufkommenden Rufen nach einer Open Source-Offensive im Zusammenhang mit der digitalen Souveränität Deutschlands und dem OZG – zuletzt etwa von Dr. Markus Richter im Zusammenhang mit innovativen IT-Dienstleistern (1) – kann ich nicht anders: Ich muss eine Lanze brechen für Anwendungen, die modellbasiert entwickelt werden und zum Kern sehr komplexer heterogener Systemlandschaften werden können. Denn die bringen letztlich auch größere Gestaltungsfähigkeiten.

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19. eGovernment-Wettbewerb: Das BayLfSt gehört mit dem Projekt „Modulares Unternehmenskonto auf der Basis von ELSTER“ zu den Finalisten

Über 80 Projektteams haben ihre innovativen Vorhaben zum 19. eGovernment-Wettbewerb eingereicht und das Bayerisches Landesamt für Steuern ist unter den Finalisten. Herzlichen Glückwunsch ans BayLfSt!

eGovernment Wettbawerb
Unternehmenskonto, Elster
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Silicon Valley trifft deutsche Bürokratie: Agilität im öffentlichen Sektor

Betrachten wir kurz das Beispiel OZG, bei dem das BMI federführend ist. In der Beschreibung des OZGs, steht, dass durch das OZG die Agilität der deutschen öffentlichen Behörden erreicht werden soll. Und auch einige Interview-Partner haben es so verstanden, die sich um die Umsetzung des OZG kümmern. Wir können das OZG nur erfolgreich umsetzen, wenn wir das auch wirklich agil machen.

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Low-Code-Plattform ermöglicht schnellere OZG-Umsetzung

Redaktion der mgm-tp-News
Nachbericht zum Interview „Und wenn die Sachbearbeiter aus den Rathäusern und Behörden ihre Verwaltungsanwendungen einfach selbst bauen würden? – Das OZG-Bürgerportal-Experiment.“ Link

Die Digitalisierung der Verwaltung ist längst überfällig und Deutschland hat deutlichen Nachholbedarf. Mit dem im November 2018 vom Bund beschlossenen Onlinezugangsgesetz (OZG) soll diese Lücke geschlossen werden. Sämtliche Verwaltungsleistungen von Bund, Ländern und Kommunen müssen demnach bis zum 31.12.2022 den Bürgerinnen und Bürgern auch online zur Verfügung stehen. Die Nutzerorientierung steht bei der Entwicklung der Anwendungen ganz oben auf der Prioritätenliste. Doch wie kann diese Herkulesaufgabe in dieser kurzen Zeit gelingen?

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Und wenn die Sachbearbeiter aus den Rathäusern und Behörden ihre Verwaltungsanwendungen einfach selbst bauen würden? – Das OZG-Bürgerportal-Experiment.

OZG - Bürgerportal

Wie können Behörden ihre Verwaltungssoftware selbst erstellen? Wie mache ich aus meinen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern Softwareentwickler? Low-Code-Tools machen es möglich. Erste Ergebnisse auf diesem Feld gibt es schon. Nicht-Experten und Nicht-Informatiker modellieren teils bereits nach eintägigen Workshops zur Einführung in die Plattform am Computer Formulare und Workflows, um die Rolle der Bürger einzunehmen und um als Sachbearbeiter Anträge zu bearbeiten, freizugeben oder abzulehn. Ein Interview von Toni Klein

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Elster und der OZG-Umsetzungskatalog

Einkommensteuer: Leika-ID 99102008000000 Leika-Typ 2,3

Heute habe ich mal wieder im OZG-Umsetzungskatalog geblättert. Im Kapitel „Methodisches Vorgehen“ wird darauf hingewiesen, dass die Leistungen unterschiedlich stark ausdifferenziert wurden. Als Beispiele werden die „Erlaubnis zum Führen medizinischer Berufsbezeichnungen“ und die „Einkommensteuererklärung“ genannt.

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Kommunikation im Rahmen der OZG-Umsetzung

Kommunikation im Rahmen der OZG-Umsetzung
Kommunikation im Rahmen der OZG-Umsetzung

Gestern (15.10.2019) bin ich beim Surfen über eine Grafik zum Stand der OZG-Umsetzung (Normenkontrollrat) gestolpert, die mich dazu motivierte einen zweiten Blick auf das Thema OZG zu werfen. Neuer Fokus: Kommunikation. Die Originalgrafik zeigt den aktuellen OZG-Umsetzungsstand. Man bekommt aber auch sofort mit, wie kompliziert die Kommunikation zwischen Bund und Ländern sein muss. Allein die Anzahl der Kommunikationsteilnehmer ist beeindruckend.

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